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Workshop

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Workshop: Landbesitz und Konflikte um Land im globalen Kontext: Transfer, Anpassung und Übertragung normativer Systeme

  • Beginn: 20.02.2017
  • Ende: 22.02.2017
  • Anmeldeschluss: 13.02.2017
  • Ort: MPIeR
  • Raum: Z 01
  • Kontakt: mckee@rg.mpg.de

In vielen Gesellschaften stellt Landbesitz den endgültigen Schritt von Sklaverei, Ausbeutung und Kolonialherrschaft zu Freiheit dar, Land ist also eines der, wenn nicht das, wichtigste Gut überhaupt. Diejenigen, die Land besitzen, schützen es vehement, während diejenigen, die keines haben, illegale Wege finden um es in ihren Besitz zu bringen. Konflikte um Landbesitz sind ein Thema, das in vielen Teilen der Welt zu Rechtsproblemen geführt hat und noch immer führt und somit von globaler Relevanz ist. Dieser Workshop wird verschiedene zentrale Schwerpunkte hinsichtlich Landbesitz und Konflikte um Land in einem globalen Kontext thematisieren.

Der erste Teil des Workshops wird versuchen zu definieren, was Landbesitz in verschiedenen Rechtssystemen und verschiedenen Weltregionen bedeutet. Woher kam die Vorstellung von Landbesitz? Was bedeutet es wirklich Land zu „besitzen“? Wie hat sich die Rechtstradition betreffend Landbesitz in verschiedenen europäischen Reichen entwickelt? Wie unterscheidet dies sich von regionalen Vorstellungen von Landbesitz (z.B. Anspruch der Aborigines,  Ländereien in Familienbesitz in der Karibik)? Wer wird rechtlich als „Besitzer“ betrachtet? Wie schaffen Rechtssysteme die Kategorien „Besitzer“ und „Besitz“?

Der zweite Teil wird die Idee der Eintragung des Grundbesitzes untersuchen sowie die Frage, wie dies zu Konflikten um Land beiträgt. Was steckte hinter dem System der Eintragung? Hat die Anwendung eines Systems zur Besitzeintragung die Bedingungen für Landbesitz geändert? Wie beeinflussten sich verschiedene Systeme zur Eintragung und besitzrechtliche Praktiken? Welche Systeme zur Eintragung gibt es weltweit in verschiedenen Regionen?

Der dritte Teil wird die Konflikte thematisieren, die aus Landbesitz entstehen können. Welche Probleme entstehen daraus, Land zu besitzen? Wie tragen die Regelungen in verschiedenen Rechtssystemen zu solchen Problemen bei? Welche Wege werden genutzt, um Konflikte um Land zu lösen? Wie werden im Gegensatz zu staatlichen Beschlüssen solche auf lokal gesellschaftlicher Ebene umgesetzt?  Welchen Unterscheid macht es dabei, ob die Streitenden von ihrem Anspruch auf das Land ehrlich überzeugt sind oder fragwürdige Ansprüche durchzusetzen versuchen (»good faith vs bad faith disputes«)? Welche Beweise spielen eine maßgebliche Rolle in Rechtsstreitigkeiten um Landbesitz?

Abschließend wird dieser Workshop das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Rechtssystemen betrachten, wobei ein besonderer Fokus auf dem Verhältnis zwischen staatlichem Recht, lokalen normativen Ordnungen, Reichs- und Kolonialvorschriften etc. liegen soll. Der Workshop versucht, gemeinsame Themen von Landkonflikten auf globaler Ebene zu etablieren und mögliche Lösungen anzubieten.

Die Anmeldung ist möglich bis zum 13.02.2017, bitte senden Sie dazu eine E-Mail an mckee@rg.mpg.de.

 
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