Konfession im Recht

Auf der Suche nach konfessionell geprägten Denkmustern und Argumentationsstrategien in Recht und Rechtswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts

Herausgegeben von Pascale Cancik, Thomas Henne, Thomas Simon, Stefan Ruppert und Miloš Vec

Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 247
Frankfurt am Main: Klostermann 2009. XIII, 190 S.

ISSN 1610-6040
ISBN 978-3-465-04081-1


Konfession im Recht
Auf der Suche nach konfessionell geprägten Denkmustern und Argumentationsstrategien in Recht und Rechtswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts
Herausgegeben von Pascale Cancik, Thomas Henne, Thomas Simon, Stefan Ruppert und Miloš Vec
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 247
Frankfurt am Main: Klostermann 2009

Macht Konfession einen Unterschied – im Recht? Dieser Frage widmen sich Beiträge aus der Sicht verschiedener Disziplinen. Sie erforschen, ob es konfessionell geprägte Denkmuster im Recht der Moderne gab, genauer: ob sie sich in Recht und Rechtswissenschaft des 19. und 20. Jahrhunderts nachweisen lassen. Entwarfen Protestanten etwa ein anderes Staatsrecht als Katholiken (und umgekehrt)? Näherten sie sich Fragen des Familienrechts, der allgemeinen Rechtslehre oder dem Völkerrecht auf erkennbar unterschiedliche Weise? Und wie könnte man solchen konfessionellen Prägungen im Recht methodisch auf die Spur kommen, da bloße Konfessionszugehörigkeit der Akteure für sich allein offenkundig nicht ausreicht, um von einer inhaltlichen „Prägung“ zu sprechen? Wer waren die Protagonisten und Vorreiter solcher Entwürfe und wie verhielt sich das Recht zu allgemeinen Tendenzen der (Re-)Konfessionalisierung in dieser Zeit? Die Beiträge dieses Bandes widmen sich wenig erforschten Aspekten der Wissenschaftsgeschichte des modernen Rechts, die aber im Zeitalter der Multireligiosität vermutlich an Relevanz gewonnen hat. Die Referate wurden auf einer Tagung zu Ehren des 65. Geburtstags von Michael Stolleis gehalten.

Inhalt:

  • Olaf Blaschke, Juristen im zweiten konfessionellen Zeitalter
  • Volkhard Krech, Konfessionelle Prägungen in der Religionsforschung. Ideen- und wissenschaftsgeschichtliche Beobachtungen – mit einem Ausblick auf das gegenwärtige Religionsrecht
  • Joachim Rückert, Religiöses und Unreligiöses bei Savigny
  • Hans-Peter Haferkamp, Einflüsse der Erweckungsbewegung auf die »historisch-christliche« Rechtsschule zwischen 1815 und 1848
  • Merio Scattola, Die Geburt des katholischen Natur- und Völkerrechts aus dem Geist des Protestantismus im 19. Jahrhundert
  • Stefan Korioth, Evangelisch-theologische Staatsethik und juristische Staatslehre in der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik
  • Peter Derleder, Konfessionelle Prägungen des Familienrechts im 20. Jahrhundert
  • Dieter Schwab, Konfessionelle Denkmuster und Argumentationsstrategien im Familienrecht
  • Dieter Grimm, Zusammenfassung; Michael Stolleis, Schlusswort.
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