Forschungsinteressen

Mit seiner Forschung verbindet Jan-Henrik Meyer zwei Forschungsfelder politischer Gesellschaftsgeschichte: Politik, Recht und Geschichte der Europäischen Integration in interdisziplinärer Perspektive und Umweltgeschichte, verstanden als die Beziehung von Gesellschaften und ihrer natürlichen Umwelt. In seiner Doktorarbeit untersuchte Meyer nicht nur die Struktur und den transnationalen Austausch in einer entstehenden europäischen Öffentlichkeit, sondern auch die diskursive Konstruktion – und Infragestellung – der Legitimität der europäischen Institutionen. Daran anschließend  widmete er sich der Entstehung der Umweltpolitik der Europäischen Gemeinschaften und der Rolle (transnationaler) gesellschaftlicher Akteure und internationaler Organisationen in diesem Prozess. Als Partner des Horizon-2020-Forschungsprojekts History of Nuclear Energy and Society (HoNESt) untersuchte Meyer die Beziehungen von Gesellschaft und Atomkraft in Europa, insbesondere in Dänemark, in vergleichender und transnationaler Perspektive. Seine aktuelle Forschung rekonstruiert die Entstehung des europäischen Umweltrechts in Wissenschaft, Rechtssetzung und –sprechung seit den 1970er Jahren.

Projekte

Vita

Jan-Henrik Meyer studierte Geschichte, Politikwissenschaft, Soziologie und European Studies an der Humboldt Universität zu Berlin, der London School of Economics und der Duke University in den USA. Er wurde an der Freien Universität Berlin über die Geschichte einer europäischen Öffentlichkeit (veröffentlich bei Franz Steiner in Stuttgart unter dem Titel “The European Public Sphere. Media and Transnational Communication in European Integration”) promoviert. Er forschte und lehrte im Bereich European Studies und Zeitgeschichte als Marie-Curie-Fellow an der University of Portsmouth, als Postdoc und Assistant Professor an der Aarhus Universität in Dänemark. Als Rachel Carson Fellow am Rachel Carson Center an der Ludwig-Maximilians-Universität in München forschte er zur Umweltpolitik in Europa und war Associate Professor an der NTNU Trondheim, Norwegen und der Universität Kopenhagen, wo er auch Projektleiter des Horizon 2020 Projekts HoNESt – History of Nuclear Energy and Society tätig war. Seit 2012 organisiert er mit Astrid M. Kirchhof das Berlin-Brandenburger Colloquium für Umweltgeschichte, ein internationales Fachforum für Umweltgeschichte.

Aktuelle Publikationen

1.
Hasenöhrl, U.; Meyer, J.-H.: The Energy Challenge in Historical Perspective. Technology and Culture 61 (1), S. 295 - 306 (2020)
2.
Meyer, J.-H.: “Atomkraft – Nej tak”: How Denmark did not Introduce Commercial Nuclear Power Plants. In: Pathways into and out of Nuclear Power in Western Europe Austria, Denmark, Federal Republic of Germany, Italy, and Sweden, S. 74 - 123 (Hg. Mignon Kirchhof, A.). Deutsches Museum, München (2019)
3.
Meyer, J.-H.: Umweltpolitik. In: Die Europäische Kommission 1986-2000: Geschichte und Erinnerungen einer Institution, S. 403 - 421 (Hg. Dujardin, V.; Bussière, É.; Ludlow , P.; Romero, F.; Schlenker, D. et al.). Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg (2019)
4.
Meyer, J.-H.; Kaijser, A. (Hg.): Special Issue: Siting Nuclear Installations at the Border. Brepols, Turnhout (2018), 173 S.
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