Anschrift

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Anselm Küsters

Hansaallee 41

60323 Frankfurt am Main

Anselm Küsters | Abteilung I

Anselm Küsters
Anselm Küsters
Doktorand

Telefon: +49 (69) 789 78 - 261
Fax: +49 (69) 789 78 - 169

Forschungsinteressen

  • Die Geschichte der europäischen Integration, insbesondere die Geschichte des EU-Wettbewerbsrechts
  • Quantitative Ideengeschichte
  • Unternehmensgeschichte, mit einem Schwerpunkt auf dem „Dritten Reich“
  • Digital Humanities, insbesondere Text Mining-Methoden

Die wirtschafts- und rechtsgeschichtliche Forschung von Anselm Küsters dreht sich um die Frage, inwieweit spezifische historische Lehren und Denktraditionen politische Entscheidungsträger in ihren Entscheidungen beeinflusst haben. Seine Masterarbeit untersuchte die Jahresberichte der fünf „Wirtschaftsweisen“ (1964-2017) mit Hilfe einer rechnergestützten Text-Mining-Technik und kam zu dem Ergebnis, dass ordoliberales Denken in der deutschen wirtschaftspolitischen Beratung zwar nicht dauerhaft präsent war, aber dass bestimmte ordoliberale Ideen in Zeiten von innenpolitischen Krisen reaktiviert wurden.

Ein weiterer Artikel von Anselm testete Barry Eichengreens jüngste Hypothese, wonach sich wirtschaftliche und politische Eliten während der Großen Rezession von bestimmten Lehren aus der Vergangenheit in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen ließen. Der Aufsatz untersucht quantitativ alle 1009 Reden, die von EZB-Direktoriumsmitgliedern zwischen 2007 und 2015 gehalten wurden. Es wird argumentiert, dass einige dieser Ökonomen einer kulturellen Präferenz für Preisstabilität und ausgeglichene Haushalte Tribut zollten, die sich wiederum auf spezifisch deutsche Lehren aus der Zwischenkriegszeit stützte.

Seine aktuellen Forschungsarbeiten am Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte sollen dazu beitragen, den ordoliberalen Einfluss auf die EU-Wettbewerbspolitik durch Prüfung der wettbewerbsrechtlichen Veröffentlichungen der Europäischen Kommission zu klären. Ausgehend von neuen quantitativen Textanalysemethoden aus dem Bereich der digitalen Geisteswissenschaften verlagert das Promotionsprojekt den Fokus von dem vorgeblichen Einfluss des Ordoliberalismus auf Genese des EU-Wettbewerbsrechts zu einer Betrachtung der tatsächlichen Relevanz und Verbreitung der ordoliberalen Konzepte in der EU-Wettbewerbspolitik.

Projekt

Vita

Anselm Küsters wurde in Freiburg im Breisgau, Deutschland, geboren. Nach Abschluss des Abiturs am Faust-Gymnasium in Staufen studierte er Geschichte, Germanistik und Economics an der Universität Heidelberg und schloss dies mit einem Bachelor of Arts (B.A.) und einem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Er setzte seine Studien im Masterstudiengang Economic and Social History an der Universität Oxford, Großbritannien, fort. 2018 erwarb er dort den Studienabschluss Master of Philosophy (M.Phil.) und zog nach Frankfurt, um sein Promotionsprojekt am MPIeR durchzuführen.

 
loading content
Zur Redakteursansicht