abgeschlossene Projekte

  • Die Mimikry des Völkerrechts: Andrés Bellos "Principios de Derecho Internacional"
    Nina Keller
  • Prinzipien und Rechtsquellen des Völkerrechts, 1789-1914
    Miloš Vec
  • Das Völkerrecht der Praxis
    Karl-Heinz Lingens
  • Das Völkerrecht und seine Wissenschaft, 1789 – 1914
    Miloš Vec

Weitere Informationen

Vernetzung im Forschungsprofil

Kompetenzbereich

Völkerrechtsgeschichte

abgeschlossen

Die Völkerrechtsgeschichte gehört zu den Rechtsgebieten, die traditionell weniger Aufmerksamkeit durch die Forschung erfahren, gleichwohl aber wissenschaftlich lohnendes Objekt sind. Die Erforschung der Völkerrechtsgeschichte hat am MPIeR Tradition und wurden insbesondere nach Installierung der DFG-Forschungsgruppe 1997 intensiv betrieben.

Das Institut ist an der Herausgabe des Journal of the History of International Law und der im Nomos Verlag Baden-Baden erscheinenden Schriftenreihe zur Geschichte des Völkerrechts beteiligt. Zuletzt wurde im Rahmen des Exzellenzclusters eine Nachwuchsgruppe "Das Völkerrecht und seine Wissenschaft, 1789-1914" installiert. Die Völkerrechtsgeschichte wird dabei vor allem mit chronologischem Schwerpunkt auf die letzten drei Jahrhunderte betrieben. Hier werden Verfahren der Normsetzung und Streitbeilegung erforscht, aber auch die Entstehung gemeinsamer zwischenstaatlicher Institutionen. Diese sind besonders interessant, weil sie auf den Wandel des Völkerrechts von einem Koexistenz- zu einem Kooperationsrecht (Wolfgang Friedmann) hindeuten. Zugleich wird nach der Universalisierung jenes Regelkomplexes gefragt, der sich in der Vormoderne und teilweise auch noch im 19. Jahrhundert als "ius publicum europaeum" verstand, aber zunehmend globale Geltung beansprucht. Wie vollzog sich diese Universalisierung, und in welchem Verhältnis steht sie zu Entwicklungen wie Dekolonisierung oder regionalen politischen Zusammenschlüssen? Welche Exklusionen gingen mit dem Anspruch auf Universalisierung einher? Welche juristischen Institute wurden eingesetzt bzw. entwickelt? Bei der Beantwortung dieser Fragen lassen sich das Vertragswesen und die völkerrechtlichen Kodifikationsversuche erforschen, aber auch wissenschaftsgeschichtlich die Entstehung der modernen akademischen Disziplin Völkerrecht in Form ihrer Institutionalisierung an den Universitäten, der Gründung von Zeitschriften sowie schließlich internationaler akademischer Zusammenschlüsse wie dem Institut de Droit International oder der International Law Association. In der Völkerrechtspraxis ist es vor allem die Rolle der juristischen Berater der Außenministerien und internationalen Organisationen, deren Untersuchung tiefer gehende Einsichten verspricht. Wie immer, muss auch hier vermutlich nach Themenkomplexen unterschieden werden. Diese weisen je nach Gegenstand und Epoche unterschiedliche Regelungsmuster auf. Auch die Entwicklungen im Internationalen Privatrecht und im Internationalen Strafrecht sind im Hinblick auf parallele oder abweichende Strukturen der Verrechtlichtung und Vergerichtlichung interessant.

 
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