Vermittlung und Repräsentation von Recht in (Bild-)Medien

abgeschlossen

Iustitia am Alten Rathaus in Posen

Medien und Bilder können auf ganz unterschiedliche Weise Recht vermitteln. Der Rechtsgeschichte etwa dienen sie als Quelle, im Rechtsunterricht kommen sie als Gedächtnisstütze vor. In der Rechtspraxis helfen sie dabei, Täter zu identifizieren oder Öffentlichkeit herzustellen. In einzelnen Projekten wurden am MPIeR die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Bildern in einem juristischen Kontext untersucht. Die Ergebnisse belegen, dass das Recht zu keiner Zeit ausschließlich auf den Text fixiert gewesen ist. Die enorme Bedeutung der Bilder für die Vermittlung von Recht konnte in drei zentralen Bereichen erforscht werden: in der Rechtsgeschichte selbst, in der Rechtswissenschaft (Unterricht) und in der Rechtspraxis (Verbrechensbekämpfung und Gericht).

In rechtshistorischer Perspektive war es das Ziel, visuelle Quellen – von Architekturen über Gemälde bis hin zu Fotografien – nach bestimmten Kriterien zu erschließen. Besonderes Augenmerk galt dabei den Quellen zum Recht des Mittelalters. Für die Rechtsgeschichte sind Bilder regelrechte "Sachzeugen", die Auskunft über juristische Zusammenhänge aus der Vergangenheit geben. Münzen, Medaillen, Siegel und Notariatszeichen dokumentieren Gerechtigkeitsvorstellungen, zeigen Herrscherportraits, aber auch einzelne Handlungen und Szenen, die für das Recht relevant sind.

Im Hinblick auf die Rechtswissenschaft wurde untersucht, wie Bilder zu didaktischen Zwecken und als Gedächtnisstütze bei der Erlernung eines Rechtsstoffs in der Frühen Neuzeit genutzt wurden.

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