Forschungsprofil

Forschungsschwerpunkte

In den vier Forschungsschwerpunkten werden gemeinsame Fragestellungen formuliert, die theoretisch reflektiert und im Dialog mit der historisch-empirischen Projektarbeit in den einzelnen Forschungsprojekten am Institut fortentwickelt werden sollen. Sie sind bewusst weder auf bestimmte Regionen noch Epochen bezogen - im Gegenteil. Vor allem auf der Ebene dieser Forschungsschwerpunkte wird die Verknüpfung zu zentralen Forschungsanliegen in den Historischen Geisteswissenschaften sowie den Rechts- und Sozialwissenschaften möglich. Das Nachdenken über diese konzeptionellen Fragen erfolgt parallel zu der Arbeit an den Forschungsprojekten, die am Institut in den Forschungsfeldern gebündelt sind. Es wird durch Arbeitsgespräche, Lektüregruppen, Gastvorträge und die Formulierung gemeinsamer Perspektiven in Arbeitsdokumenten gestaltet.

Multinormativität

Die geradezu grundlegende Frage aller Beschäftigung mit „Recht“ ist die nach dem Verhältnis von dem, was wir „Recht“ nennen, zu anderen Regeln, die der Verhaltenssteuerung und Erwartungssicherung dienen, aber nicht als „Recht“ verhandelt werden – also etwa solchen der Moral, der Religion, aber auch der Technik oder Pragmatik. [mehr]

Translation

Kommunikation über Recht findet in Raum und Zeit statt. Beides sind auch für die Rechtsgeschichte entscheidende Dimensionen: Recht wird diachron und synchron (re)produziert. Was passiert aber bei dieser Weitergabe, dieser Übersetzung, dieser Translation eigentlich? [mehr]

Rechtsräume

Rechtswissenschaftler wie Historiker sind es gewohnt, die Räume ihrer Forschung klar zu definieren. „Deutsche“ und „europäische“ Rechtsgeschichte schienen lange Zeit unproblematische Ordnungsvorstellungen. Das ist heute anders. Wir sind zunehmend aufmerksam geworden für die historische Relativität der Räume, ihre Flexibilität und Fluidität. Ein Grund liegt in der Gegenwartserfahrung der gestiegenen Mobilität, vielleicht sogar Enträumlichung der Kommunikation über Recht. [mehr]

Konfliktregulierung

Der Konflikt ist nicht nur eine ständige Herausforderung für das Recht, sondern auch ein zentraler Zugang zu seiner Geschichte. Denn in ihm werden die normativen Optionen sichtbar, die von den Konfliktbeteiligten realisiert wurden. Über den Konflikt können sich lokale Bedingtheiten, Traditionen, aber auch die pragmatischen Kontexte und maßgeblichen Autoritäten des Rechts, das lebende Recht, erschließen. [mehr]
 
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