Forschungsfeld

Regelungsregime

Regelungsregime sind Arrangements von Steuerungs- und Einflussmechanismen, die die Funktionsweise eines bestimmten sozialen Sektors wesentlich prägen. Konstitutive Elemente von Regelungsregimen sind nicht nur materielle Verhaltensregeln, sondern auch die Prozeduren zu deren Hervorbringung und Geltungssicherung, Instanzen der Normsetzung, Normvermittlung und Normdurchsetzung sowie leitende Prinzipien und Legitimationsnarrative.

Weder die einzelnen Elemente von Regelungsregimen noch ihre Beziehungen untereinander sind statisch. Die Einflussmacht einzelner beteiligter Regelungsakteure verändert sich im Lauf der Zeit, die Geltungskraft bestimmter normativer Vorgaben oder die Durchsetzungskraft von Institutionen kann sich verstärken oder abschwächen. Auch muss die Regelstruktur von Regelungsregimen nicht einheitlich sein. Recht, Brauch, Sitte, kollektive Verträge und andere Regelungsformen können in vielfältiger Weise ineinandergreifen und aufgeladen sein mit ethnischen, religiösen, ökonomischen, technischen oder anderen Rationalitäten. Auch sind Regelungsregime nicht auf ein bestimmtes organisatorisches Gefüge festgelegt, hierarchische kommen ebenso wie netzwerkartige Strukturen in Betracht, weiterhin können wettbewerbsmäßiger Elemente inkorporiert werden.

Im Forschungsfeld, das auf früheren Aktivitäten unter dem Titel ‚Moderne Regulierungsregime‘ aufbaut, werden frühneuzeitliche und moderne Regelungsregime in ihrer Dynamik, ihrer Funktionsweise und ihrer Interaktion mit anderen Regelungsregimen untersucht.

 

Forschungsprojekte

 
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