Zuständige Wissenschaftlerin

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Prof. Dr. Barbara Dölemeyer
(im Ruhestand)

Vernetzung im Forschungsprofil

Kompetenzbereich

Rechtliche Aspekte konfessioneller Migration im neuzeitlichen Europa

abgeschlossen
"Der Große Kurfürst empfängt französische Réfugiés in Potsdam", Ölgemälde von Hugo Vogel (1855-1934) 1884/1885; Original in der Nationalgalerie Prag; mehrere Exemplare der Reproduktionen in Deutschland,u.a. im Deutschen Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen. Bild vergrößern
"Der Große Kurfürst empfängt französische Réfugiés in Potsdam", Ölgemälde von Hugo Vogel (1855-1934) 1884/1885; Original in der Nationalgalerie Prag; mehrere Exemplare der Reproduktionen in Deutschland,u.a. im Deutschen Hugenotten-Museum in Bad Karlshafen. [weniger]

Das Projekt untersucht die Geschichte frühneuzeitlicher Glaubenswanderungen ("migrations religieuses") und ihre Auswirkungen bis in die neueste Zeit. Es stellt sie in den Zusammenhang der europäischen Politik des 17. und 18. Jahrhunderts und konzentriert sich auf die rechtlichen Rahmenbedingungen der Aufnahme von Glaubensflüchtlingen. Ein Hauptinteresse liegt dabei auf der Aufnahme der Hugenotten und Waldenser, insbesondere ihrer differenzierten Ausgestaltung in den einzelnen Ländern des Refuge – abhängig von deren unterschiedlichen konfessionellen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Vergleiche dazu werden für spätere Glaubenswanderungen von Protestanten (Salzburger Emigration und Aufnahme in Preußen im frühen 18. Jahrhundert; Ansiedlung der Zillertaler Protestanten in Schlesien im 19. Jahrhundert) gezogen. Daraus folgend werden die Bedingungen für unterschiedliche Ausgestaltung und inhaltliche Reichweite der Sonderrechte für Glaubensmigranten herausgearbeitet.

Bis in die neueste Zeit reichen die Fragen nach Ausgestaltung, Dauer und Beendigung der kirchenrechtlichen Sonderstellung der Hugenotten in den deutschen Aufnahmeländern. In diesem Zusammenhang wird nach dem Verhalten der deutschen Hugenottennachkommen in der NS-Zeit gefragt, insbesondere nach einer möglichen Verknüpfung der Verteidigung kirchenrechtlicher Sonderpositionen (Projekt einer "Deutschen Hugenottensynode" in den 1930er Jahren) mit der Distanzierung vom offiziellen Kirchenregiment und der Positionierung im "Kirchenkampf".

Da das Thema der Glaubensmigration häufig Gegenstand (religions)politischer Propaganda und Gegenpropaganda war, wird es auch am Beispiel von ikonographischen Quellen und ihrer Verwendung illustriert.

 
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