Forschungsfeld

Recht als Zivilisationsfaktor im ersten Jahrtausend

Gegenstand des Forschungsfeldes ist das Phänomen des Rechts in seiner Rolle als zentraler Aspekt und Motor kultureller Entwicklungen. Wenn hier die Zivilisationen des ersten Jahrtausends im Mittelpunkt stehen, dann ist an eine Vielzahl von Sollens- und Seinswelten gedacht, die nicht zuletzt mit Hilfe des Rechts gestaltet wurden.

Für die Erforschung dieser Zivilisationen wird ein integrativer und interdisziplinärer Ansatz gewählt, der in zeitlicher und räumlicher Hinsicht den Bogen von der Spätantike bis zur Jahrtausendwende, vom Vorderen Orient bis nach Westeuropa, von Nordafrika bis Skandinavien spannt. Recht wird als konkretes Werkzeug und zugleich Baustein einzelner von Menschen geschaffener Welten begriffen, die das kaiserzeitliche Rom genauso einschließen wie die barbarischen Gentes oder das Karolingerreich, profane Gewohnheiten und kirchliche Institutionen, Rechtssammlungen ebenso wie Gesetzbücher und Formen nichtschriftlicher Überlieferung. Von besonderem Interesse sind solche Regionen und Großräume, die nicht durch das römische Recht kulturalisiert worden sind. So bieten sich die außerhalb des Limes gelegenen und später von den Franken eroberten Gebiete für Studien derartiger Integrations- und Transformationsprozesse an. Aber auch die Bildung barbarischer Reiche innerhalb des ehemaligen Imperium Romanum, die dort vorgenommenen Rechtsaufzeichnungen sowie die partielle Übernahme spätantiker normativer Vorstellungen und deren Vermittlung durch die Kirche zeigen eine bis in die Neuzeit wirkende Dynamik des Rechts als Zivilisationsfaktor des ersten Jahrtausends. Von großem Interesse sind die Wandlungen und Diskontinuitäten staatlicher Strukturen in Europa wie im östlichen Mittelmeerbereich (Byzanz).

 

Forschungsprojekte

 
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