Zuständige Wissenschaftlerin

Vernetzung im Forschungsprofil

Forschungsprojekt | Abteilung I

Privates Einheitsrecht

Meine Dissertation bettet sich thematisch in den Diskurs um transnationales Handelsrecht ein. Das selbstgeschaffene Recht der europäischen Kaufleute, die mittelalterliche Lex Mercatoria, wurde im Verlaufe des 18. und 19. Jahrhunderts in die nationalen Privatrechtsordnungen integriert. Damit war zwar einerseits eine Formalisierung und Rationalisierung des Rechts der Handelsverträge verbunden, andererseits aber auch seine nationale Fragmentierung.

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts kam man deshalb auf die Idee, diesen Zustand im Wege der völkervertraglichen Rechtsvereinheitlichung zu überwinden. Da die Schaffung internationalen Einheitsrechts aber nur langsam voranging, wurde sich auch von privater Seite dem Ziel der Rechtsvereinheitlichung genähert. So hat sich insbesondere die Internationale Handelskammer in Paris, die sich selbst als branchenübergreifende Interessenvertretung der Wirtschaft versteht, der Kodifikation internationaler Handelsbräuche gewidmet. In jüngerer Zeit sind daneben noch eine Vielzahl anderer Institutionen getreten, wie beispielsweise das Institut international pour l'unification du droit privé (Unidroit), welches seit 2004 auf rechtsvergleichender Basis die „Principles of International Commercial Contracts“ herausgibt.

Die rechtsdogmatische Einordnung solcher nichtstaatlicher und unverbindlicher Regelungen ist jedoch umstritten geblieben. Meine Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit den Funktionsbedingungen solchen privat geschaffenen Einheitsrechts und damit insbesondere der Frage, in welcher Art und Weise derartige Regelungen vor staatlichen Gerichten angewendet werden.

Das Forschungsvorhaben entstand im Rahmen des Sonderforschungsbereiches 597 der DFG im Teilprojekt A4 „die Verfassung des Globalen Handels“ der Universität Bremen unter Betreuung von Prof. Gralf-Peter Calliess. Hierzu wurde ich im Jahre 2016 promoviert.

 
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