Projektleitung

Prof. Dr. Thomas Duve
Thomas Duve
Direktor
Telefon: +49 (69) 789 78 - 165
Fax: +49 (69) 789 78 - 211

Zuständiger Wissenschaftler

PD Dr. Peter Collin
Peter Collin
Wissenschaftler Exzellenzcluster „Die Herausbildung normativer Ordnungen“
Telefon: +49 (69) 789 78 - 258
Fax: +49 (69) 789 78 - 169

Vernetzung im Forschungsprofil

Link

Forschungsprojekt | Abteilung II

Legitimationsstrukturen privater, intermediärer und hybrider Regulierungsregime

Projekt des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ (Forschungsfeld 3)

Normsetzung und Normdurchsetzung findet nicht nur im Gehäuse der Staatlichkeit statt. Sie kann auch durch nichtstaatliche Akteure allein, durch intermediäre Einrichtungen oder in staatlich-privater Kooperation erfolgen. Die Legitimation solcher Regulierungsstrukturen ist derzeit Gegenstand zahlreicher juristischer und politikwissenschaftlicher Debatten. Allerdings handelt es sich nicht nur um ein Gegenwartsproblem. Derartige Regelungsmuster sind uns auch aus der Vergangenheit vertraut (“Regulierte Selbstregulierung in rechtshistorischer Perspektive”). Auch diese historischen Erscheinungsformen standen unter starkem Legitimationsdruck. Seit der Etablierung Souveränität beanspruchender Territorialstaatlichkeit stellte sich immer wieder die Frage: Wie lässt sich ein Anspruch nichtstaatlicher Akteure begründen, kollektiv verbindliche Entscheidungen zu treffen? Der Verweis auf Traditionen verlor dabei immer mehr an Überzeugungskraft, wenn er auch nicht völlig in den Hintergrund trat.

Im 19. und 20. Jahrhundert traten neue Legitimationsnarrative hervor, die allerdings verschiedene Geltungsreichweiten und Abstraktionsniveaus aufwiesen. Ein Selbstregulierungsmodell, wie es die Theorie von Adam Smith anbot, vermittelte Attraktivität in allen Gemeinweisen, die sich auf dem Weg in die Marktgesellschaft befanden. Überall finden sich aber auch spezifisch nationale Legitimationsmuster. Und schließlich brachte eine funktional differenzierte Gesellschaft auch spezielle Legitimationsmuster für einzelne Sektoren hervor.

Das Ziel des Exzellenzclusterprojekts ist die Herausarbeitung verschiedener nationaler und funktionaler Ausprägungen der Legitimation nichtstaatlicher Gewalt und ihre vergleichende Analyse. Diesem Zweck folgt auch die Kooperation mit dem Projekt „Die Legitimation nichtstaatlicher Regulierung in vernetzten normativen Ordnungen“, welche dieses Problem in einer gegenwartsbezogenen Perspektive untersucht.

Projektbeginn war der 1. Januar 2015.

 
loading content