Forschungsprofil

Forschungsfelder

In den Forschungsfeldern sind jeweils mehrere Forschungsprojekte nach einem epochen- oder gegenstandsspezifischen Kriterium zusammengefasst; hier stehen disziplinäre Eigenlogiken und die Integration in die entsprechenden Fachdiskurse im Mittelpunkt. Außer den Forschungsprojekten, die in der Projektwerkstatt entwickelt werden, sind alle am Institut betriebenen Projekte Teil mindestens eines, manchmal bewusst auch mehrerer Forschungsfelder.

Geschichte der juristischen Methoden und Praktiken

Rechtsgeschichte kann nicht allein eine Geschichte von Gesetzgebung und Rechtsprechung, von Institutionen und Personen sein. Sie muss Methodenlehren, Konventionen und Praktiken, die den Prozess der Rechtsfindung beeinflussen oder vielleicht sogar leiten, herausarbeiten. [mehr]

Kirchliche Rechtsgeschichte

Eines der identitätsstiftenden Elemente des Selbstverständnisses der westlichen Rechtskultur liegt darin, zwischen Hochmittelalter und dem so genannten konfessionellen Zeitalter eine spezifische Ordnung des Verhältnisses von weltlicher Herrschaft und Religion ausgebildet zu haben. Um Vorherrschaft ringend, waren sie doch stets aufeinander angewiesen und auf das Engste verbunden. [mehr]

Privatrechtsgeschichte

Die Erforschung der Privatrechtsgeschichte hat in Frankfurt eine lange Tradition. Für unseren Gründungsdirektor Helmut Coing stellte sie die Kernaufgabe des Instituts dar, denn für ihn war die Geschichte des Privatrechts die „unmittelbare Grundlage der geltenden Privatrechtsordnung“. [mehr]

Quellen

Ein wichtiger Teil der Forschungstätigkeit des Instituts besteht seit seiner Gründung in der Erschließung und Bereitstellung von Quellen und Hilfsmitteln, die für die Grundlagenforschung zur Rechtsgeschichte unverzichtbar sind. [mehr]

Recht als Zivilisationsfaktor im ersten Jahrtausend

Gegenstand des Forschungsfeldes ist das Phänomen des Rechts in seiner Rolle als zentraler Aspekt und Motor kultureller Entwicklungen. Wenn hier die Zivilisationen des ersten Jahrtausends im Mittelpunkt stehen, dann ist an eine Vielzahl von Sollens- und Seinswelten gedacht, die nicht zuletzt mit Hilfe des Rechts gestaltet wurden. [mehr]

Recht und Diversität

Die Spannungen zwischen Gleichheit und Ungleichheit als Gerechtigkeits- und Verteilungsprinzipien sowie zwischen allgemeiner und Einzelfallgerechtigkeit dürften zu den Grunderfahrungen jeder normativen Ordnung zählen. Sie haben ihre Konjunkturen. Die Rechtsgeschichte zeugt davon – und von immer neuen Versuchen, diese Spannungslagen durch institutionelle Arrangements und besondere Schutzregime aufzuheben. [mehr]

Rechtsgeschichte der Europäischen Union

Unionsrecht, also das Recht der Europäischen Union, ist ein Phänomen der Gegenwart und als solches Untersuchungsgegenstand von Europarechtlern, Politikwissenschaftlern, Soziologen und anderen. Obwohl das Unionsrecht über 60 Jahre nach dem Vertrag von Paris auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken kann, hat die Rechtsgeschichte ihm bisher kaum Achtung geschenkt. [mehr]

Rechtsgeschichte Ibero-Amerikas

Seit dem Beginn der europäischen Expansion ist die Rechtsgeschichte Ibero-Amerikas eng mit der in Europa verbunden. Hatte das vor allem – teilweise katastrophale – Folgen für die ursprünglichen Bewohner in der für Europa Neuen Welt, so stellte die Begegnung mit bis dahin fremden Völkern und Religionen auch die Juristen aus Europa vor neue Herausforderungen. [mehr]

Rechtsgeschichte der Schule von Salamanca

Die heutigen westlichen Vorstellungen von Recht und Politik, von Religion und Moral haben sich in einem komplexen und lang andauernden Prozess der Aneignung, Kritik und Weiterentwicklung antiker und mittelalterlicher Überlieferungen herausgebildet. Dabei kam der frühneuzeitlichen Scholastik eine wichtige Rolle zu. [mehr]

Rechts­historiographie

Jede wissenschaftliche Disziplin  bedarf der Reflexion über das eigene Tun. Sie muss die Entwicklung des Wissenschaftssystems und im Fall der Rechtswissenschaft auch des Rechtssystems verfolgen, dessen Teil sie ist. Sie muss ihre eigene Geschichte und die ihres Gegenstands kennen, um auf analytischen Traditionen aufzubauen, um Pfadabhängigkeiten zu erkennen und um diese, wo nötig, zu überwinden. Ist eine rechtshistorische Reflexion deswegen notwendiger Bestandteil jeder rechtswissenschaftlichen Teildisziplin, so muss auch die Disziplin der Rechtsgeschichte selbst sich in einem kontinuierlichen Prozess der Grundlagen ihres eigenen Arbeitens vergewissern. [mehr]

Rechtstransfer in der Welt des common law

Das Recht Englands wurde im Gefolge der Expansion des British Empire in ganz verschiedenen Teilen der Welt eingeführt. Regeln, Prinzipien und Institutionen des englischen Rechts wurden in Regionen und Gesellschaften in Kraft gesetzt, die sich stark voneinander unterschieden, etwa in Australien, Ghana, Indien, Jamaika und Singapur. In diesem Forschungsfeld geht es darum, wie dieser Prozess sich an verschiedenen Orten abspielte. [mehr]

Regelungsregime

Regelungsregime sind Arrangements von Steuerungs- und Einflussmechanismen, die die Funktionsweise eines bestimmten sozialen Sektors wesentlich prägen. Konstitutive Elemente von Regelungsregimen sind nicht nur materielle Verhaltensregeln, sondern auch die Prozeduren zu deren Hervorbringung und Geltungssicherung, Instanzen der Normsetzung, Normvermittlung und Normdurchsetzung sowie leitende Prinzipien und Legitimationsnarrative. [mehr]

Strafrechtsgeschichte und historische Kriminalitätsforschung

Das Forschungsfeld integriert sowohl Themen und Fragestellungen der Strafrechtsgeschichte als auch Ansätze der historischen Kriminalitätsforschung. Eine zentrale Thematik bildet die Entwicklung strafrechtlicher Normen und entsprechender juristischer Diskurse, die unter den Aspekten der Konfliktregulierung, der Multinormativität, der Repräsentation von Kriminalität und Justiz in populären Medien und der Ausdifferenzierung von Expertenwissen in Kriminologie und Kriminalistik untersucht werden. [mehr]
 
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