Leitung

Prof. Dr. Karl Härter
Karl Härter
Wissenschaftler
Telefon: +49 (69) 789 78 - 160
Fax: +49 (69) 789 78 - 169

Ehemalige Mitarbeiter

Tina Hannappel
Jean Conrad Tyrichter

Kooperation

Prof. Dr. Beatrice de Graaf

Universiteit Utrecht, project: ‘Securing Europe, fighting its enemies 1815-1914’.

Kontakt

Einschlägige Publikationen

1.
Karl Härter, "Security and Cross-Border Political Crime: The Formation of Transnational Security Regimes in 18th and 19th Century Europe," Historical Social Research, Special Issue: Security and Conspiracy in History, 16th to 21st Century 38 (1), 96-106 (2013).
2.
Karl Härter, "Die Formierung transnationaler Strafrechtsregime. Auslieferung, Asyl und grenzübergreifende Kriminalität im Übergang von gemeinem Recht zum nationalstaatlichen Strafrecht," Rechtsgeschichte: Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte Rg 18, 36-65 (2011).

Vernetzung im Forschungsprofil

Forschungsprojekt | Abteilung II

Die Formierung transnationaler Strafrechtsregime

Das Forschungsprojekt ist beteiligt am Exzellenzcluster 243 "Die Herausbildung normativer Ordnungen"

Die Ermordung der österreichischen Kaiserin Elisabeth in Genf wurde als grenzübergreifende Bedrohung der inneren Sicherheit wahrgenommen und veranlasste auf der internationalen Ebene rechtliche, polizeiliche und politische Reaktionen („Le Petit Parisien“, 25. September 1898) Bild vergrößern
Die Ermordung der österreichischen Kaiserin Elisabeth in Genf wurde als grenzübergreifende Bedrohung der inneren Sicherheit wahrgenommen und veranlasste auf der internationalen Ebene rechtliche, polizeiliche und politische Reaktionen („Le Petit Parisien“, 25. September 1898) [weniger]

Das Projekt untersucht die Formierung transnationaler Strafrechtsregime im 18. und 19. Jahrhundert, die sich in internationalen Verträgen, nationalem Strafrecht, internationalen Expertendiskursen und unterschiedlichen Staatspraktiken manifestierte. Die Forschungen fokussieren auf spezifische Felder transnationaler rechtlicher Interaktionen – Auslieferung, politischem Asyl, Rechtshilfe und Polizeikooperation – und beziehen eine Vielzahl unterschiedlicher staatlicher und nicht-staatlicher Akteure ein. Ein wesentliches Ziel besteht darin, die Interdependenzen zwischen transnationalen und nationalen Normen, tatsächlicher Staatspraxis und internationalen Diskursen, Konferenzen und Organisationen zu analysieren, um die Entstehung von Rechtspluralismus, Fragmentierung und Regimekollisionen erklären zu können. Von besonderem Interesse ist dabei die Untersuchung politischer Kriminalität bzw. politischer Konflikte – von politischer Dissidenz, Flüchtlingen und Exilanten bis zu Aufständen, Attentaten und anderen Formen politischer Gewalt –, die als grenzübergreifende Sicherheitsbedrohungen wahrgenommen oder kriminalisiert wurden und als Rechtfertigungsnarrative fungierten, um die Entwicklung transnationaler Strafrechts- und damit auch Sicherheitsregime voranzutreiben. Eine zentrale Fragestellung richtet sich darauf, inwieweit dabei beobachtbare Prozesse der Versicherheitlichung und Entsicherheitlichung sowie der Ver- und Entrechtlichung zu einer dauerhafteren normativen Ordnung transnationaler Sicherheits- und Strafrechtsregime und damit zu einer „transnational governance of violence, crime and security“ beitrugen.

Teilprojekte, in denen Dissertationen entstehen, beschäftigten sich mit „Transnationale Strafrechtsregime von 1871-1914. Die Reaktionen der deutschen und europäischen Rechtssysteme auf politische Kriminalität“ (Tina Hannappel) und „Politische Kriminalität und transnationale Strafrechtsregime im 19. Jahrhundert am Beispiel des Deutschen Bundes“ (Conrad Tyrichter).

 

Tagungen

Workshop: International Security, Political Crime, and Resistance: The Transnationalisation of Normative Orders and the Formation of Criminal Law Regimes in the 19th and 20th Century,
Frankfurt/Main October 16-17, 2014


Vortrag „Transnationale Strafrechtsregime 1871-1914. Der Umgang mit politischer Kriminalität am Beispiel der Anti-Anarchistenkonferenz (1898)“ by Tina Hannappel, Conference „Kriminalität und Strafjustiz in der Moderne“,
München 20. September 2013.

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