Zuständige Wissenschaftler

Prof. Dr. Caspar Ehlers
Caspar Ehlers
Gruppenleiter Rechtsgeschichte Deutscher Orden
Telefon: +49 (69) 789 78 - 163
Dr. Christoph H.F. Meyer
Christoph H.F. Meyer
Wissenschaftler
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Vernetzung im Forschungsprofil

Forschungsprojekt | Abteilung I/II

Deutungsperspektiven mittelalterlicher Rechtstexte

Das Projekt „Deutungsperspektiven mittelalterlicher Rechtstexte“ im Rahmen des Forschungsfeldes „Recht als Zivilisationsfaktor im ersten Jahrtausend“ konzentriert sich in seiner ersten Phase auf die Untersuchung der schriftlichen Quellen des ersten Jahrtausends. Dieser Zeitraum zeichnet sich, soweit es die Quellenlage betrifft, durch einige Besonderheiten aus. So ist die überwältigende Mehrheit der Texte in einer einzigen Sprache verfasst – im Westen Latein, im Osten Griechisch – und ihrem Gesamtumfang nach zu urteilen vergleichsweise überschaubar. Zudem ist ein großer Teil bereits in Datenbanken erfasst. Innerhalb der elektronisch verfügbaren Bestände spielen normative Texte im allgemeinen (z. B. Kirchenväterschriften) und Rechtstexte im Besonderen eine verhältnismäßig große Rolle. Diese Werke stellen für jede analytische Durchdringung eine besondere Herausforderung dar, wenn man an etwa an die inhaltlichen Verständnisprobleme, die Tiefe bisher geleisteter Deutungen und die komplizierten Abhängigkeitsverhältnisse denkt.

Im Mittelpunkt steht dabei die wort- oder satzbezogene Analyse von Texten, die ganz unterschiedlichen Zusammenhängen und Genera entstammen können. Drei Schlagwörter umschreiben den Forschungshorizont des Vorhabens: Die Quellen, deren Qualität und die Quantität der Belegstellen. Diese drei stehen in einem erst durch die Fragestellung geschaffenen Zusammenhang. Sie leitet bei der Auswahl der Überlieferung, wobei hier schon erste Parameter für deren Qualität gesetzt werden (etwa „Normative Texte aus dem lateinischen Westen des ersten Jahrtausends“).

Am Anfang steht die Formulierung einer den Forschungsprozess leitenden Fragestellung, deren Lösungsweg zunächst ebenso offen ist wie das Endergebnis. Die Hypothese bestimmt die Kriterien für die Auswahl der Quellen und wirkt sich daher auf die qualitative Einordnung in Textsorten und deren Bewertung aus: Normative Texte, Rechtsquellen, Schriften der Kirchenväter. Weniger Beachtung dürften zunächst historiographische Texte finden, auch wenn sie unter dem Aspekt der Rezeption und Verbreitung für vergleichende Auswertungen herangezogen werden könnten. Dies gilt auch für spezielle Gattungen, wie etwa liturgische Schriften, Hagiographie und dergleichen.

 
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