Doktorand

Niels Pepels
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Vernetzung im Forschungsprofil

Promotionsprojekt | Abteilung I

Das Erfordernis der Originalität im Copyright Law nach Übertragung des Statute of Anne auf die USA

Entwicklungen im 20. Jahrhundert

Was macht ein originales Kunstwerk aus? Welchen Grad an Originalität muss es aufweisen, um unter das Urheberrecht zu fallen? Welchem Zweck dient eine Originalitätsfestschreibung? Im „Statute of Anne“, dem ersten modernen Urheberschutzgesetz, ist nicht definiert, dass eine Arbeit ein Original sein muss, um unter den Urheberschutz zu fallen. Ebenso wenig ist dies in der US Constitutional Copyright Clause oder in den US Copyright Acts von 1790, 1831 und 1909 festgelegt. Der US Supreme Court hat bei der Definition von „Schriften“ festgelegt, dass „der Begriff Schriften zwar dahingehend auszulegen ist, dass er originale Entwürfe, Stiche, Drucke etc. umfasst, es aber ausschließlich das Original ist“, das urheberrechtlich geschützt werden müsse (1879). Der Supreme Court definierte darüber hinaus in seiner Entscheidung den Begriff „Autor (Urheber)“ als denjenigen, „auf den alles zurückzuführen sei, den Urheber, Verfasser“ (1884).

Die „Originalität“ musste vom US Copyright Law nicht gesetzlich festgelegt werden, da die Rechtsprechung hierzu bereits seit dem späten 19. Jahrhundert existierte. Und doch wurde es als notwendig erachtet, den Betriff „Originalität“ im Copyright Act von 1976 zu kodifizieren. Inwiefern führte die Kodifizierung  zu einem neuen Verständnis der „Originalität“? Diese Fragestellung ist noch nicht hinlänglich erforscht. Üblicherweise lag das Hauptaugenmerk der bisherigen Forschung zum Erfordernis der Originalität (originality requirement) auf dem 19. Jahrhundert, sprich dem historischen Höhepunkt. Im 20. Jahrhundert gab es jedoch weitreichende nationale und internationale Gesetzesänderungen, die sich auf die rechtliche Definition der „Originalität“ im amerikanischen Recht auswirkten. Der Wandel des Erfordernisses der Originalität ist bisher nicht hinlänglich erforscht, da keine umfassenden Studien zu der Fragestellung vorliegen, inwieweit nationale und internationale Gesetzesänderungen das Erfordernis der Originalität beeinflussten.

 
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