Vortragsreihe: Mit den Augen des Rechts

Vortragsreihe: Mit den Augen des Rechts

  • Beginn: 18.04.2005
  • Ende: 11.07.2005
  • Ort: Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Von April bis Juli 2005 findet im MPI für europäische Rechtsgeschichte die Vorlesungsreihe "Mit den Augen des Rechts" statt. Wissenschaftler aus den Gebieten Kunst, Recht und Geschichte beschäftigen sich darin mit den Fragen nach dem Umgang des Rechts mit Bildern. Gemeinhin gilt das Recht als bilderfeindlich. Juristen haben es schließlich in der Hauptsache mit Texten zu tun. Sieht man genauer hin, wird man allerdings einer Fülle von Bildern gewahr, die das Recht umgeben: Bildern zu Beweiszwecken beispielsweise, Allegorisierungen von Gerechtigkeit oder Visualisierungen bestimmter Ordnungsstrukturen. Das Recht hat eine lange Tradition im Umgang mit Bildern. Es kann als visual culture gelten, lange bevor die Bilderexplosionen des 21. Jahrhunderts mit diesem Schlagwort belegt wurden.

Bislang verbindet das Recht mit seinen Bildern jedoch zumeist bloß eine bestimmte Praxis. Eine theoretische Reflektion auf Status und Funktion von Bildern, so wie sie den juristischen Textpraktiken zuteil geworden ist, fehlt weitgehend. Diese Lücke wird angesichts der Theoriebildung der neueren Bildwissenschaften besonders deutlich. Sie geben Anlass, die These von der Bildlichkeit des Rechts genauer zu betrachten. Was leisten Bilder in rechtlichen Zusammenhängen? Wie ist ihr Verhältnis zum Text? Welchen Änderungen unterliegen die Bildmedien des Rechts? Wie werden Bilder zu einer rechtshistorischen Quelle? Was überhaupt sieht man auf Bildern mit den Augen des Rechts?

Die Vorträge finden statt im MPI für europäische Rechtsgeschichte, Vortragssaal, jeweils an den Montagen um 18 Uhr c.t.

Programm

  • 18. April 2005

Gerhard Jaritz (Central European University, Budapest/Institut für Realienkunde, Krems)

Luxusgesetze und Bilder des Luxus. Der spätmittelalterliche Diskurs

Einführung: Bettina Emmerich Einführung in die Reihe: Michael Stolleis, Cornelia Vismann

  • 23. Mai 2005

Klaus Herding (Kunstgeschichtliches Institut der Universität Frankfurt)

Kunst und Recht in Notariatsakten des 17. Jahrhunderts

Einführung: Barbara Dölemeyer

  • 30. Mai 2005

Valentin Groebner (Historisches Seminar der Universität Luzern)

"Kopf oder Zahl: Porträts, Steckbriefe und die Techniken der Identifikation 1300-1800"

Einführung: Milos Vec

  • 06. Juni 2005

Costas Douzinas (Birkbeck School of Law, London)

The Legality of the Image

Einführung: Marie Theres Fögen

  • 13. Juni 2005

Gerhard Wolf (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte, Florenz)

Diligite iustitiam qui iudicatis terram. Bild und Recht in den Stadtkulturen Italiens (13.-15. Jahrhundert)

Einführung: Michael Stolleis

  • 04. Juli 2005

Thomas Vesting (Institut für öffentliches Recht, Universität Frankfurt)

Thomas Hobbes, die Konstruktion des juristischen Körpers, seine juristischen Implikationen und seine Darstellung

Einführung: Rainer M. Kiesow

  • 11. Juli 2005

Norbert Schnitzler (Institut für mittelalterliche Geschichte, Universität Bamberg)

Strafe als Exemplum: Bilddidaxe und humanistische Jurisprudenz um 1500

Einführung: Karl Härter

Termin

18. April 2005 bis 11. Juli 2005 jeweils Montags 18:00 Uhr c.t.

Ort

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Hausener Weg 120 60489 Frankfurt am Main

Kontakt

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte Fon: +49 (69) 78978 - 0 Fax: +49 (69) 78978 - 169

 
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