Collegium und Kolleg. 
Der juristische Unterricht an der Universität Leiden 1575-1630 unter besonderer Berücksichtigung der Disputationen

Margreet J.A.M. Ahsmann

Ius Commune Sonderheft 138
Frankfurt am Main: Klostermann 2000. XII, 762 S.

ISSN: 0175-6532
ISBN: 3-465-02766-3


Collegium und Kolleg.
Der juristische Unterricht an der Universität Leiden 1575-1630 unter besonderer Berücksichtigung der Disputationen
Margreet J.A.M. Ahsmann
Ius Commune Sonderheft 138
Frankfurt am Main: Klostermann 2000

Am Ende des 16. und zu Beginn des 17. Jahrhunderts war das Jurastudium in Leiden keineswegs auf das Hören von Vorlesungen beschränkt: Ein wichtiger Teil des Studiums bestand im Disputieren und Opponieren der Studenten. Meist fand das anhand gedruckter Quartoheftchen statt, die man disputationes nannte. Nach gründlichen Nachforschungen im In- und Ausland hat die Autorin 709 dieser disputationes wiedergefunden; nur 261 von ihnen befinden sich in Leiden.

Genauere Untersuchungen ergaben, daß viele dieser disputationes in kleinen organisierten Zusammenkünften von Studenten, sogenannten collegia, verteidigt wurden. Dort wurde stets während einer Periode von ein bis zwei Jahren ein bestimmter Teil des Corpus iuris civilis (Institutionen, Digesten usw.) behandelt. Die Leidener collegia hatten alle ihre eigenen Statuten (statuta), die für die Studenten beim Disputieren verbindlich waren.

Neben den disputationes und collegia stehen die Vorlesungen im Mittelpunkt des Buches: Von Hugo Donellus, dem berühmtesten der Leidener Professoren, wird eine Vorlesungsnachschrift analysiert, die große Übereinstimmung mit seinem später im Druck erschienenen systematischen Kommentar über das römische Recht aufweist. Auf der Basis nicht veröffentlichten handschriftlichen Materials beschreibt die Autorin zudem ausführlich, wie zwei weitere bekannte Professoren, Everard Bronchorst und Petrus Cunaeus, ihre Vorlesungen gestalteten, und erstellt eine sich über ca. 40 Jahre erstreckende chronologische Übersicht über die jeweiligen Vorlesungsgegenstände.

Die Anhänge bieten reichlich prosopographisches Material. Außer einer vollständigen Übersicht über die Disputationen wurde eine Liste von Studenten aufgenommen, deren Studienzeit nicht nur in Leiden, sondern auch andernorts nachgegangen wird.

Im ganzen bietet das Werk für die Periode 1575-1630(1640) ein Gesamtbild der Leidener juristischen Fakultät, vollständiger und eingehender als alles, was in neueren Darstellungen anderer juristischer Fakultäten inner- und außerhalb der Niederlande zu finden ist.

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