Normdurchsetzung in osteuropäischen Nachkriegsgesellschaften (1944-1989).
Einführung in die Rechtsentwicklung mit Quellendokumentation.
Band III: Polen (1944-1989/90)

Herausgegeben von Heinz Mohnhaupt und Hans-Andreas Schönfeldt

Ius Commune Sonderheft 96
Frankfurt am Main: Klostermann 1997. XVIII, 392 S.

ISSN: 0175-6532
ISBN: 3-465-02932-1


Normdurchsetzung in osteuropäischen Nachkriegsgesellschaften (1944-1989).
Einführung in die Rechtsentwicklung mit Quellendokumentation.
Band III: Polen (1944-1989/90)
Herausgegeben von Heinz Mohnhaupt und Hans-Andreas Schönfeldt
Ius Commune Sonderheft 96
Frankfurt am Main: Klostermann 1997

Nach Auflösung des sowjet-sozialistischen Staatensystems und seiner sozialistischen Staats- und Rechtsordnungen sind die osteuropäischen Staaten einem Zwang zur nachholenden Modernisierung vor allem auf den Gebieten von Recht und Wirtschaft ausgesetzt. Der eingeleitete Umkehrungsprozess soll diese Staaten zu parlamentarischer Demokratie, sozialem Rechtsstaat, gesellschaftlichem Pluralismus und privatrechtlich organisierter Volkswirtschaft hinführen. Der Erfolg eines solchen Transformationsprozesses hängt entscheidend von der Erkenntnis und Analyse der historischen Tatbestände in der Zeit zwischen 1945 und 1989 – wie auch noch der vor 1945 – ab. Insoweit besitzen rechtshistorische Tatbestandsermittlung und Tatbestandsanalyse auch einen unmittelbaren Problembezug zu den gewaltigen Gegenwartsaufgaben einer neuen europäischen Rechts- und Wirtschaftsordnung.

Unter diesem Aspekt hat das "Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte" in Frankfurt a.M. unter der Leitung von Dieter Simon – Direktor am Institut – das Forschungsprojekt "Normdurchsetzung in osteuropäischen Nachkriegsgesellschaften (1944 - 1989)" entwickelt, das dankenswerterweise durch Finanzmittel der Europäischen Union und der Volkswagen-Stiftung unterstützt wurde. Als Untersuchungsländer wurden die Tschechoslowakei, Ungarn, Polen und die SBZ/DDR ausgewählt. Zur Bewältigung des weit gefächerten Arbeitsplans wurde je eine Arbeitsgruppe in Prag, Bratislava, Budapest, Warschau und Frankfurt a.M. gebildet.

Die Quellenbände umfassen – im thematischen Gleichklang ihrer Gliederung –

  1. eine Einführung in die Rechtsgeschichte des jeweiligen Landes, die in der Regel den Zeitraum von 1944/45 bis 1989 umfasst;
  2. eine kommentierte Auswahlbibliographie und
  3. eine Archivübersicht, die alle projektrelevanten Bestände des jeweiligen Landes nachweist.

Alle Quellenbände wurden aus komparatistischen Gründen mit einem hohen Maß an einheitlichen Gliederungskriterien sowie an einheitlicher Begrifflichkeit zu gestalten versucht, ohne deshalb die Individualität der jeweiligen Länderentwicklungen zu überdecken. Die vom MPI entwickelte Forschungsinitiative war die erste ihrer Art, die auf einem Gebiet der Geisteswissenschaften mit erheblichen aktuell-poltischen Implikationen eine Forschungskooperative mit Wissenschaftlern aus postsozialistischen Ländern in Gang gesetzt und praktiziert hat.

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