Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 302

Fritz Kern und das gute alte Recht

Geistesgeschichte als neuer Zugang für die Mediävistik
<p>Fritz Kern und das <em>gute alte Recht.</em> <br /> Geistesgeschichte als neuer Zugang für die Mediävistik</p>
<p><em>Johannes Liebrecht</em></p>
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Fritz Kern und das gute alte Recht.
Geistesgeschichte als neuer Zugang für die Mediävistik

Johannes Liebrecht

Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 302

[weniger]

Johannes Liebrecht

Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 302
Frankfurt am Main: Klostermann 2016. VIII, 161 S.

ISSN 1610-6040
ISBN 978-3-465-04288-4


Die gut hundert Jahre alte These Fritz Kerns über die Natur der mittelalterlichen Anschauung vom Recht vermochte bald nach Erscheinen, die verfassungs- und rechtshistoriographischen Mediävistik in ihren Bann zu ziehen. Viele Teile der germanistisch-rechtsgeschichtlichen wie auch mediävistisch-verfassungsgeschichtlichen Wissenschaftstradition im 20. Jahrhundert lassen sich mit der bekannten Lehre vom guten alten Recht in Verbindung setzen. Das trifft besonders auf den deutschsprachigen Raum zu. Aber es gilt selbst über ihn hinaus, denn als good old law gab es Kerns Lehre auch andernorts; und jenseits der Fachhistoriographien griff man ebenso gern auf seinen anschaulichen Gedankengang zurück. Die Studie unternimmt es nicht, Kerns Ansatz zu bekräftigen oder zu widerlegen, sondern macht ihn erstmals selbst zum Gegenstand einer historiographiegeschichtlichen Untersuchung: Wie und warum entstand das Kernsche Konzept, und welche Funktion erfüllte es? Sie richtet sich an Rechts- und Verfassungshistoriker sowie an Mediävisten und Wissenschaftshistoriker.

 

Inhalt

Einleitung | 1

I. Europäische Verfassungsgeschichte als Ideengeschichte | 9

1. Innere Entwicklungsgeschichte der monarchischen Herrschaft | 10

a) Sakralkönigtum und Geblütsrecht | 12
b) Konsens und Widerstandsrecht | 18
c) Rechtswahrung und Erlösungsdenken | 26

2. Das Geistige als neuer Horizont der Mediävistik | 29

II. Der Entdecker Fritz Kern | 41

1. In der Krise des geschichtlichen Bewußtseins | 41

a) Die Industrialisierung als Rahmen für die Geschichtswissenschaft | 42
b) Die Provokation der Kulturgeschichte | 46
c) Verlust des Fortschrittsglaubens | 51
d) Intuition als Schlüssel | 56

2. Öffnung und Entspezialisierung | 60

a) Universalgeschichte | 60
b) Rassegeschichte | 64
c) Das Mittelalter und seine Erlösungskultur | 66

3. Der entlaufene Historiker | 72

a) Politisches Engagement | 72
b) Wissenschaftliche Aussöhnung | 75
c) Historia Mundi | 78
d) Ein Außenseiter | 81

III. Mittelalterliches Denken für die Rechtsgeschichte | 85

1. Nationalgeschichtliche Vorgänger | 85
2. Rechtsgeschichte als Übungsplatz einer neuen Methode | 90
3. Kerns Gegengeschichte zum Artefakt Recht | 96
4. Nachleben | 102

a) Das gute alte Recht über Land und Herrschaft | 107
b) Von der longue durée einer Jahrhundertlehre | 110

Rückblick | 121

Anhang | 123
Abkürzungsverzeichnis | 125
Ungedruckte Quellen | 127
Literaturverzeichnis | 129
Personenregister | 159

 
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