Koordination

Dr. Lena Foljanty
Lena Foljanty
Wissenschaftlerin
Telefon: +49 (69) 789 78 - 186
Fax: +49 (69) 789 78 - 169
Dr. Jean-Philippe Dequen
Jean-Philippe Dequen
Wissenschaftler
Telefon: +49 (69) 789 78 - 187
Fax: +49 (69) 789 78 - 169

Aktuelle Publikationen

Luis Lloredo Alix, From Europe but beyond Europe: The Circulation of Rudolf von Jhering's Ideas in East Asia and Latin America, in: Max Planck Institute for European Legal History Research Paper Series No 2016-11

Link

Folgende 6 Beiträge sind dem Fokus Translators: Mediators of Legal Transfers in Rechtsgeschichte - Legal History 24 (2016) entnommen:

Lena Foljanty, Translators: Mediators of Legal Transfers, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 120-121

Link

José Luis Egío Garcia, From Castilian to Nahuatl, or from Nahuatl to Castilian? Reflections and Doubts about Legal Translation in the Writings of Judge Alonso de Zorita (1512–1585?), in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 122-153

Link

Osvaldo R. Moutin, More than Copy and Paste. The Drafting of the Judicial Order in the Decrees of the Third Mexican Council, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 154-170

Link

Laura Beck Varela, Translating Law for Women? The Institutes du droit civil pour les dames in Eighteenth-Century Helmstedt, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 171-189

Link

Mahmood Kooria, Two ›Cultural Translators‹ of Islamic Law and German East Africa, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 190-202

Link

Karla Luzmer Escobar Hernández, What is the »Cultural Baggage« of Legal Transfers? Methodological Reflections on the Case of La Quintiada, Tierradentro-Cauca, 1914–1917, in: Rechtsgeschichte - Legal History Rg 24 (2016), 203-217

Link

Forschungsschwerpunkt

Translation

Kommunikation über Recht findet in Raum und Zeit statt. Beides sind auch für die Rechtsgeschichte entscheidende Dimensionen: Recht wird diachron und synchron (re)produziert. Was passiert aber bei dieser Weitergabe, dieser Übersetzung, dieser Translation eigentlich? Die Kommunikation über Recht an verschiedenen Orten und unter unterschiedlichen kulturellen Bedingungen ist ein hochaktuelles Phänomen – aber keinesfalls ein neues. Die Rechtsgeschichte ist geradezu durchzogen von interkulturellen Rechtsbildungsprozessen, innerhalb wie außerhalb Europas. Die Rechtswissenschaft beschreibt solche Prozesse üblicherweise mit Begriffen wie „Rezeption“, „Transfer“ oder „Transplantation“. Das Ziel des Forschungsschwerpunktes ist es, den Blick auf die komplexe Dynamik dieser Prozesse zu lenken. Was geschieht, wenn Recht in einen anderen kulturellen Kontext gesetzt und damit übersetzt wird? Welche Bedeutungsverschiebung ergeben sich merklich oder unmerklich, welche Verbindung geht das scheinbar neue Recht mit vorgefundenen Normensystemen ein, und wie wird schließlich aus dem fremden Recht ein eigenes? Um diesen Fragen nachzugehen, muss der Blick interdisziplinär geweitet werden, es müssen Ansätze der Globalgeschichte, der Kulturtransferforschung, der entangled history, aber auch der Übersetzungswissenschaften aufgegriffen und auf ihren heuristischen Wert für die Rechtsgeschichte ausgeleuchtet werden. Wir tun dies unter der Überschrift Translation. Mit dem Begriff der kulturellen Translation soll mit der Vorstellung eines linearen Gebens und Nehmens gebrochen und der Blick geweitet werden: Es gilt, Interaktionen und Zwischenräume, Eigendynamiken, Widerstände und Gestaltungsspielräume der Akteure in den Mittelpunkt zu rücken. Der Forschungsschwerpunkt führt damit potentiell alle Projekte, im Moment vor allem solche von Lateinamerika über das Osmanische Reich bis nach Ostasien sowie von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert, zusammen. Dies bietet die Chance, gemeinsame theoretische Reflexionen auf ein breites Feld empirischer Forschung zu beziehen und Überlegungen zur analytischen Kraft der vorgeschlagenen Modelle für die Rechtsgeschichte zu formulieren. Wissenschaftliche Einbahnstraßen sollen vermieden, außereuropäische Forschung wahr- und ernst genommen und eine Rechtsgeschichtsschreibung entwickelt werden, die zu einer kritischen Reflektion eurozentrischer Perspektiven einlädt. Verändern wird sich damit auch der Blick auf Europa, das im Laufe der Geschichte so oft auf der „Geberseite“ gesehen wurde. Was genau war Europa in diesen Prozessen – Bezugspunkt, Treffraum, Projektionsfläche? Ist es in seinen geographischen Grenzen zu verorten oder ganz woanders?

 
loading content