Zuständiger Wissenschafter

Jean Conrad Tyrichter

Forschungsprojekt | Abteilung II

Politische Kriminalität und transnationale Strafrechtsregime im 19. Jahrhundert am Beispiel des Deutschen Bundes

Ausgehend von der strafrechtlichen Verfolgung politischer Kriminalität im Deutschen Bund rekonstruiert und analysiert das Dissertationsprojekt Perspektiven, Entwicklungen und Auseinandersetzungen beim zwischenstaatlichen Umgang mit grenzübergreifender Kriminalität im 19. Jahrhundert. Als Staatenbund stand der Deutsche Bund zwischen 1815 und 1866 mehrfach vor der Herausforderung verschiedener nationaler, liberaler, demokratischer und sozialistischer Gruppen, die als Bedrohung für seine Sicherheit aufgefasst wurden und deren Aktions- und Kommunikationsradien seine Innen- und Außengrenzen überspannten. Dies führte auf verschiedenen zwischenstaatlichen Interaktionsebenen zu Kontakten, Kollisionen und Kooperationen zwischen Akteuren inner- und außerbündischer Strafrechtssysteme. Das Dissertationsprojekt geht an diesem Beispiel der Frage nach, inwieweit sich aus der Auseinandersetzung mit grenzübergreifenden revolutionären Bedrohungspotentialen und -szenarien, Grundzüge normativer Ordnungen transnationaler Strafrechtsregime ergeben. Die Arbeit zielt dabei auf Normen, Diskurse und Praktiken ab, die um die zentralen Elemente transnationaler Strafrechtsregime Auslieferung, Rechtshilfe, Asyl, Kriminalpolitik und Polizeikooperation angelagert sind.

Das Projekt wurde abgeschlossen und Jean Conrad Tyrichter von der TU Darmstadt für seine Dissertationsschrift "Die Erhaltung der Sicherheit. Deutscher Bund, politische Kriminalität und transnationale Sicherheitsregime im Vormärz" promoviert. Die Dissertation wird in der Institutsreihe "Studien zu Policey, Kriminalitätsgeschichte und Konfliktregulierung" erscheinen.

 
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