Anschrift

Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Prof. Dr. Thomas Duve

Hansaallee 41

60323 Frankfurt am Main

Links

Download

Prof. Dr. Thomas Duve | Abteilung II

Prof. Dr. Thomas Duve

Prof. Dr. Thomas Duve

Position:

Direktor

Telefonnummer:

  • +49 (69) 789 78 - 165

Faxnummer:

  • +49 (69) 789 78 - 211

Forschungsinteressen

Thomas Duve arbeitet vor allem zur Rechtsgeschichte der imperialen Räume der iberischen Monarchien der Frühen Neuzeit. Ein gesteigertes Interesse gilt hier der Geschichte des kirchlichen Rechts und der Moraltheologie, insbesondere der Schule von Salamanca (vgl. dazu z.B. Duve, Kanonisches Recht, 2009; Duve, Konzil als Autorisierungsinstanz, 2010; Duve, Katholische Moraltheologie, 2011; Duve, Salamanca in Amerika, 2015), aber auch des internationalen Rechts (z.B. Duve, Friendship, 2012; Duve, Spatial Perceptions, 2017; Duve, El Tratado de Tordesillas, 2017).

Zur Zeit stehen in diesem ...

... Bereich die Projekte ‚Die Schule von Salamanca‘ sowie das ‚Wörterbuch zur Geschichte des kirchlichen Rechts in Hispano-Amerika und den Filippinen‘, das Teilprojekt ‚Das Wissen der pragmatici‘ im SFB 1095 und die Kooperation mit anderen Max-Planck-Instituten im Rahmen des Projekts ‚convivencia‘ im Mittelpunkt. Die beiden letztgenannten Projekte befinden sich im Jahr 2018 in ihrer Abschlussphase. Ergebnisse einer Reihe von einschlägigen workshops in Lateinamerika sowie die ca. 1600 Seiten umfassenden Kongressakten des vom MPIeR ausgerichteten 19. Kongresses des Instituto Internacional de Derecho Indiano in Berlin (August 2016) sind publiziert.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte der Rechtsgeschichtswissenschaft sowie Fragen der rechtshistorischen Methode. Dem dienen u.a. die Beschäftigung mit ‚Multinormativität‘ am Exzellenzcluster ‚Die Herausbildung normativer Ordnungen‘ (z.B. Duve, Multinormativität, 2017, das Institutsprojekt ‚Rechtswissenschaft in der Berliner Republik‘ (Duve 2018) sowie eine Reihe von Einzelpublikationen, insbesondere zu Problemen der Methode transnationaler Rechtsgeschichtswissenschaft (Duve, Europäische Rechtsgeschichte, 2012; German Legal History, 2014; Duve, Internationalisierung und Transnationalisierung, 2015; Duve, Global Legal History, 2017).

Auch die Schriftenreihe methodica – Einführungen in die rechtshistorische Forschung sowie die Koordination verschiedener Sammelbände (z.B. Duve, Entanglements, 2014) und Sonderheften bzw. Dossiers in wissenschaftlichen Zeitschriften (z.B. Duve, European Legal History, 2014; Duve et al, La formación, 2014) sind Teil der Beschäftigung; sie sind Teil des Forschungsfelds ‚Rechtshistoriographie‘.

Im Jahr 2018 werden die Forschungsvorhaben ‚Schule von Salamanca‘ und ‚Wörterbuch des Kirchenrechts‘ ihre ersten Ergebnisse veröffentlichen; erste Einträge für das Wörterbuch sind bereits online. Konzeptionelle und technische Vorarbeiten zum Einsatz von Digital Humanities sollen anhand von Quellen erprobt werden, die in diesen und anderen Projekten erschlossen worden sind und sukzessive in eine Digitale Bibliothek überführt werden. Ein explorativer workshop zur Strafrechtsgeschichte Lateinamerikas zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert (April 2018), eine Tagung zur Schule von Salamanca als Fall globaler Produktion normativen Wissens (Oktober 2018) sowie eine Reihe kleinerer Tagungen zu Fragen der rechtshistorischen Methode und der Rechtsgeschichte Ibero-Amerikas setzen die Arbeit in den Forschungsfeldern ‚Rechtsgeschichte Ibero-Amerikas‘, ‚Rechtsgeschichte der Schule von Salamanca‘, ‚Kirchliche Rechtsgeschichte ‘, und ‚Geschichte der juristischen Methoden und Praktiken‘ fort.

Projektleitung

Vita

Thomas Duve wurde 1967 in Hamburg geboren. Nach Studium in Heidelberg, Buenos Aires, München und Rechtsreferendariat in Hamburg war er als Fakultätsassistent an der Universität München, als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann als Leiter eines Teilprojekts am SFB 573 (Pluralisierung und Autorität in der Frühen Neuzeit) in München tätig. Promotion 1997, Habilitation 2005 (Bürgerliches Recht, Deutsche Rechtsgeschichte, Historische Rechtsvergleichung, Kirchenrecht und Rechtsphilosophie). Von 2005 bis 2009 war er Professor für Rechtsgeschichte mit sog. dedicación especial en investigación an der Juristischen Fakultät und Professor für Geschichte des Kirchenrechts an der Fakultät für Kirchenrecht der Pontificia Universidad Católica Argentina (UCA) sowie Mitglied des Direktoriums des Instituto de Investigaciones de Historia del Derecho, Buenos Aires.

Seit 2009 ist er Wissenschaftliches Mitglied der MPG, seit 2010 Direktor am MPIeR und Professor für vergleichende Rechtsgeschichte am Fachbereich Rechtswissenschaft der Goethe Universität Frankfurt. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Rechtsgeschichte-Legal History sowie der Schriftenreihen des Max-Planck-Instituts, der Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts (Mohr Siebeck), der Reihe Politische Philosophie und Rechtstheorie des Mittelalters und der Neuzeit (PPR) und der Reihe methodica – Einführungen in die rechtshistorische Forschung.

Er ist ordentliches Mitglied der Academia Europaea und der  Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Partner Investigator des Frankfurter Excellenzclusters  Herausbildung normativer Ordnungen, Mitglied des Sonderforschungsbereichs ‚Schwächediskurse und Ressourcenregime‘ (seit 2015) und seit 2017 korrespondierendes Mitglied der Academia Nacional de Historia de la República Argentina. Er wirkt in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten und Gremien mit (Max-Weber-Stiftung, Bonn; Werner-Reimers-Stiftung, Bad Homburg; Forum Transregionale Studien, Berlin).

Publikationen (Auswahl)

  • Thomas Duve, Legal Traditions. A Dialogue between Comparative Law and Comparative Legal History, in: Comparative Legal History 6:1 (2018), DOI: 10.1080/2049677X.2018.1469271
  • Thomas Duve, Stefan Ruppert (eds.), Rechtswissenschaft in der Berliner Republik, Berlin, Suhrkamp Verlag, 2018.
  • Thomas Duve, Was ist „Multinormativität“? – Einführende Bemerkungen, in: Rechtsgeschichte – Legal History Rg 25 (2017), 88 – 101,DOI: 10.12946/rg25/088-101

  • Thomas Duve, Spatial Perceptions, Juridical Practices, and Early International Legal Thought around 1500. From Tordesillas to Saragossa, in: Kadelbach, Stefan (ed.), System, Order, and International Law: The Early History of International Legal Thought from Machiavelli to Hegel Oxford, Oxford University Press 2017, 418-442.

  • Thomas Duve, Global Legal History – A Methodological Approach, in: Oxford Handbooks Online – Law, Jan. 2017, DOI: 10.1093/oxfordhb/9780199935352.013.25
  • Thomas Duve and Heikki Pihlajamäki (Hrsg.), New Horizions in Spanish Colonial Law. Contributions to Transnational Early Modern Legal History, Global Perspectives on Legal History 3, Max Planck Institute for European Legal History Open Access Publication, Frankfurt am Main, 2015, DOI: (10.12946/gplh3)
  • Thomas Duve, Salamanca in America, in: ZRG GA 132 (2015), 115-151.
  • Thomas Duve, Internationalisierung und Transnationalisierung der Rechtswissenschaft in: Dieter Grimm/ Christoph Möllers/Alexandra Kemmerer (Hrsg.), Rechtswege. Kontextsensible Rechtswissenschaft vor der transnationalen Herausforderung (= Recht im Kontext, 2), Baden-Baden 2015, 167-195.
  • Thomas Duve, German Legal History: National Traditions and Transnational Perspectives, in: Rechtsgeschichte - Legal History 22 (2014) pp. 16-48, DOI: 10.12946/rg22/016-048

 
loading content
Zur Redakteursansicht