Das Institut

Das Institutsgebäude in Frankfurt-Hausen
Das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte widmet sich seit seiner Gründung 1964 rechtswissenschaftlicher Grundlagenforschung in historischer Perspektive. Es konzentriert in einmaliger Weise an einem Ort Fachkompetenz zur spätantiken und frühmittelalterlichen Rechtsgeschichte im byzantinischen und lateinischen Europa, zum hoch- und spätmittelalterlichen ius commune, zur Geschichte von Privat-, Straf-, Öffentlichem und Kirchlichem Recht in Früher Neuzeit und Moderne. Die historische Analyse von Rechtstransferprozessen, die Interaktion von Recht mit anderen normativen Ordnungen im geschichtlichen Kontext sowie Selbstorganisation und Recht nehmen einen immer breiteren Raum ein. In Kooperation mit anderen Instituten der Max-Planck-Gesellschaft sieht es eine besondere Herausforderung darin, historisch-empirische Grundlagen für die kritische Reflexion der rechtlichen Ordnung in einer globalen Welt zu schaffen. Das Institut widmet sich deswegen in steigendem Maße den Verflechtungen zwischen europäischen und außereuropäischen Rechtsordnungen. Auch die komparative Dimension rechtshistorischer Forschung gewinnt weiter an Bedeutung.

Der geplante Neubau auf dem Uni-Campus Westend.
© Staab Architekten
Das Institut steht unter der Leitung eines Geschäftsführenden Direktors, Thomas Duve. Ein Stamm von festen wissenschaft-
lichen Mitarbeitern führt eine Vielzahl von Forschungsprojekten durch, die in sieben Forschungsschwerpunkten und zwei Besonderen Forschungsfeldern zusammengefasst sind. In acht Kompetenzbereichen ist die Expertise aus abgeschlossenen Forschungsvorhaben weiterhin am Institut präsent. Wissenschaftliche Gäste, Doktoranden und Postdoktoranden sowie eine große Zahl ausländischer Forscherinnen und Forscher, ein Stipendienprogramm mit der Möglichkeit der Unterbringung im Institutsgebäude, die Beteiligung an internationalen Graduiertenschulen, Kooperationspartner im In- und Ausland und die vielfältige Integration des Instituts in die Verbundforschung machen es zu einem Referenzpunkt der nationalen und internationalen scientific community. Das Institut bietet mit seiner Spezialbibliothek mit ca. 400.000 Medieneinheiten hervorragende Arbeitsbedingungen, gibt selbst mehrere Schriftenreihen sowie die Zeitschrift Rechtsgeschichte heraus.
Das Institut ist in der nationalen und internationalen Wahrnehmung bis heute mit dem Wirken seines Gründungsdirektors Helmut Coing (1912-2000) sowie der späteren Direktoren Walter Wilhelm (1928-2002), Dieter Simon, Michael Stolleis und Marie Theres Fögen (1946-2008) verbunden. Es hat seinen Sitz seit 1990 in Frankfurt-Hausen. Mit dem Bau eines neuen Institutsgebäudes auf dem Campus Westend der Goethe-Universität wurde 2011 begonnen.




